Andreas Unkelbach
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Andreas Unkelbach Blog

ISSN 2701-6242

Artikel über Controlling und Berichtswesen mit SAP, insbesondere im Bereich des Hochschulcontrolling, aber auch zu anderen oft it-nahen Themen.


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Samstag, 4. Juli 2026
19:06 Uhr

Abzug von 50 % der Ausschüttung im Bereich Wissenschaft nach § 48 Abs. 3 Verteilungsplan VG Wort

Am 25. Juni 2024 erschien unser Buch "Controlling mit SAP S/4HANA – Customizing Kostenstellenrechnung" und ich habe mich sehr darüber gefreut dieses Jahr dieses aufgrund der Verbreitung für die reguläre Ausschüttung der VG Wort melden zu können. Der Hintergrund dazu ist im Artikel "Wissenschaft und VG Wort Teil 3 - Publikationen (Druckfassung Buch Zeitschrift, METIS und E-Book) melden" erläutert.
 

Mein Ausschüttungsbrief: 50 % Abzug bei der Hauptausschüttung der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) im Bereich Wissenschaft


Im Ausschüttungsbrief war ich dann aber doch etwas überrascht als ich den Abschnitt  Wissenschaft folgende Ausschüttungen gelistet bekommen habe:
  • Gesetzl. Vergütungsanspruch
  • Vergütungsanteil Digitale Lernapparate (§ 60a UrhG)
  • Vergütungsanteil Unternehmenslizenz (Rightsdirect)
Hier war als Anmerkung unter Bewertung Abb. aufgeführt was sich als "Ab 40% Fremdabbildungen oder urheberrechtsfreier Text (Abzug: 50%). Siehe Verteilungsplan § 48 Abs. 3." herausgestellt hat.

Ein Blick in den Verteilungsplan hat dies dann etwas näher erläutert.
§ 48 Ausschüttung für Urheber und Verlage aufgrund angemessener Verbreitung3. Werke, die für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmt sind, sowie Werke, die zu einem erheblichen Anteil aus urheberrechtlich nicht geschützten Werken bestehen, werden unter den Voraussetzungen des Abs. 1 mit 50 % und unter den Voraussetzungen des Abs. 2 mit 25 % des regulären Anteils berücksichtigt. Das Gleiche gilt für Werke, die zu einem erheblichen Teil Abbildungen enthalten, soweit es sich nicht um vom Verfasser des Buches selbst geschaffene Abbildungen handelt. Bei Werken, die ganz überwiegend Abbildungen oder urheberrechtlich nicht geschützte Werke enthalten, können Urheber ihre darin enthaltenen Texte als Buchbeiträge gemäß den Bestimmungen des § 50 melden.

 

Ich konnte mir nun wirklich nicht erklären, welche Teile unseres Buches möglicherweise nicht urheberrechtlich geschützt sein könnten. 

Mein Maskottchen Gideon und ich blickten zweifelnd auf das Buch um die Ursache zum Abzug zu erkennen

Daher wollte ich doch gerne wissen, auf welche Basis jetzt bei der Ausschüttung nur 50 % des regulären Anteils ausgeschüttet worden sind.
 

Sind bearbeitete Screenshots selbst geschaffene Abbildungen?

Dankenswerterweise kann man sich an die VG Wort als Urheber*in problemlos per Kontaktformular oder Mail wenden und so hatte ich schon recht schnell eine Rückmeldung.

 Daher hatte ich an die VG Wort folgende Rückfrage zu der „Ausschüttungspositionen für den Bereich Wissenschaft (Hauptausschüttung)“  gesandt:

Für das Werk „Controlling mit SAP S/4HANA – Customizing Kostenstellenrechnung“ von Martin Munzel und mir ist als Bewertung „Ab 40 % Fremdabbildungen oder urheberrechtsfreier Text (Abzug: 50 %). Siehe Verteilungsplan § 48 Abs. 3.“ angegeben.

Soweit ich § 48 Abs. 3 des Verteilungsplans verstehe, erfolgt der Abschlag jedoch nur, soweit es sich nicht um vom Verfasser des Buches selbst geschaffene Abbildungen handelt.

Bei den im Buch enthaltenen Abbildungen handelt es sich überwiegend um von uns selbst erstellte Screenshots, die zusätzlich mit Hervorhebungen, Nummerierungen und anderen Markierungen zur Erläuterung der Inhalte bearbeitet wurden. Darüber hinaus enthält das Werk auch selbst erstellte erläuternde Abbildungen.

Entsprechend war für mich die Frage, ob solche Screenshots und Abbildungen aus Sicht der VG WORT nicht als „vom Verfasser selbst geschaffene Abbildungen“ im Sinne des § 48 Abs. 3 gelten oder aus welchem Grund der Abzug von 50 % vorgenommen wurde.

Im Buch hatte ich die einzelnen Schritte im Customizing inklusive Hervorhebungen wie Schritte, Mauszeiger und weitere Hervorhebungen bearbeitet und war davon ausgegangen, dass dieses eigene Abbildungen waren.

Im Artikel "Manchmal sagt ein Bild mehr als tausend Worte 🎨 Screenshots unter Windows erstellen und für Web optimieren (Hardcopy, Irfanview, Windows Snipping Tools und RIOT Optimizer)" bin ich auf die verwendeten Tools eingegangen, wobei ich gerade was Ststone Capture anbelangt hier bei Gelegenheit auch einmal ein Update liefern sollte.

Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf einer individuellen Auskunft der VG WORT zu unserem Buch „Controlling mit SAP S/4HANA – Customizing Kostenstellenrechnung“. Ob eine vergleichbare Bewertung in jedem Einzelfall erfolgt, hängt vom jeweiligen Werk und dessen Gestaltung ab.
 

Keine ausreichende Schöpfungshöhe

Seitens der VG Wort hatte ich nach meiner Rückfrage jedoch die Antwort bekommen, dass der Abzug berechtigt war und die Ursache hier an der Menge an Screenshots im Buch gelegen hat.

Damit Abbildungen, als vom Verfasser selbst geschaffen gelten, müssen sie einen eigen schöpferischen Charakter aufweisen. Dies ist hier nicht der Fall. Der Entwickler von SAP könnte die Abbildungen anmelden. 

Auch meine eigenen Abbildungen (ausführlichere Erläuterungen bspw. für die universelle Verrechnung) änderten hier wenig, da der Anteil der von mir erstellten Abbildungen erfahrungsgemäß weitaus geringer sei als die enthaltenen Screenshots. 

Was bedeutet dies nun für SAP Fachbücher?

Ich konnte die Argumentation dann recht gut nachvollziehen insbesondere da die Abbildungen tatsächlich über 40 % des Buches ausmachten. Für die Darstellung der einzelnen Schritte im Customizing war dies zwar sinnvoll, jedoch sollte darauf geachtet werden welchen Umfang entsprechende Screenshots am Gesamtwerk einnehmen.

Empfehlung für Autor*innen

Die Auskunft der VG WORT ist meines Erachtens auch für andere Autoren von SAP-Fachliteratur relevant. Viele dürften davon ausgehen, dass selbst erstellte Screenshots als eigene Abbildungen gelten.

Die Rückmeldung der VG Wort macht jedoch deutlich, dass diese Annahme eben nicht geteilt wird und es berechtigt zum Abzug kommt.

Mir ist zwar grundsätzlich das Konzept der Schöpfungshöhe und des Bildzitatrechtes bekannt, aber die Auswirkungen auf die Ausschüttung der VG Wort waren mir dann doch nicht klar.

Gerade bei Büchern die sich auch in Richtung intensiver Darstellung von Customizing anbelangt kann es sinnvoll sein, statt mit mehreren ähnlichen Abbildungen zu arbeiten eigene Ablaufdiagramme, beschreibende Texte oder auch Prozessdarstellungen zu arbeiten. Dies hat für mich auch den Charme solche erstellten Abbildungen auch in anderen Publikationen zum Beispiel hier im Blog verwenden zu können. Screenshots der Anwendung (selbst mit Bearbeitungen wie Nummerierungen, Pfeile oder Hervorhebungen) sollten nur gezielt eingesetzt werden und dabei nicht umfangreicher als notwendig verwendet werden.

Für künftige, aber auch bisherige, Buchprojekte habe und werde ich das berücksichtigen und vermehrt auf eine zielgerichtete Verwendung von Screenshots achten.


Ich hoffe, dass dieses auch für andere in der SAP Community interessant ist und bei laufenden Buchprojekten berücksichtigt werden kann.

Als kleine Ergänzung mag ich noch auf einige Grundlagen zum Thema Urheberrecht und Bildzitat eingehen. Vielleicht gibt es in dieser Richtung ja auch noch aktuellere Quellen, aber insgesamt finde ich diese zur Einordnung schon einmal sehr hilfreich.

Die juristische Seite von Urheberrecht bis hin zum Bildzitat

Unabhängig von der Schöpfungshöhe bei der VG Wort sind natürlich auch juristische Aspekte zu berücksichtigen. An dieser Stelle möchte ich gerne auf einige gute Artikel hinweisen, die zumindest einen Überblick über das Thema geben und auch die Verwendung von Screenshots als Bildzitat behandeln.

Im Artikel "Wann ist ein Bildzitat erlaubt? – Anleitung mit Beispielen und Checkliste" von Dr. Thomas Schwenke wird der Anwendungsbereich des § 51 UrhG praxisnah in 2012 erläutert.

Ein umfangreicher "Ratgeber zur Urheberrechtsreform: Uploadfilter, Zitate, Parodien, Karikaturen, Pastiches und Memes" findet sich auch auf datenschutz-generator.de vom 28. September 2022 :-).

Dr. Kerstin Hoffmann veröffentlicht auf PR Doktor ebenfalls ein Interview zum Thema "Foto, Screenshot, Zitat, DSGVO: Was ist erlaubt? Wo drohen Strafen?"  in 2021.

 

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Dienstag, 19. Mai 2026
21:10 Uhr

SAP CO: E-Mail-Adresse zum verantwortlichen Benutzer von CO-Objekten per SAP Query ermitteln

Grundlage eines guten Berichtswesen sind sauber gepflegte Stammdaten und neben einer Budget- und Kostenverantwortung natürlich auch ein entsprechendes Fachkonzept inklusive Berechtigungen. Entsprechend geht dieser Artikel auf eine solche Anforderung im CO Berichtswesen ein aus der nicht nur nur die einzelnen CO-Objekte wie Kostenstelle, Innenauftrag oder Profitcenter sondern auch die verantwortlichen Ansprechpartner inklusive E-Mail-Adresse ausgewertet werden sollen. 

Ausgangslage - CO Stammdaten und Mailadresse aus verantwortliche Benutzer

Eine CO-Stammdatenauswertung über Kostenstellen und Innenaufträge soll die Kontaktdaten der Kostenstellenverantwortliche enhalten. Dabei kann natürlich die Anschrift aus der Kostenstelle aus der Stammdatenpflege genommen werden. In der App Kostenstellen verwalten (FIORI App ID F1023 oder die neuere App ID F1443A) können Anschriftsdaten wie Name 1 bis Name 4 sowie Straße, Ort (und andere Postanschriftdaten) hinterlegt werden.

Allerdings gibt es für die "elektronische Kommunikation" im Abschnitt Kommunikation ur Telefonnummer, Teleboxnummer, Telexnummer, Telefaxnummer und Teletexnummer. Ein Feld für die E-Mail-Adresse ist originär nicht vorhanden.

Denkbar wäre hier noch per Customer-Include ein Zusatzfeld. Im Controlling ist dies über CI_CSKS für Kostenstellen oder CI_AUFK für CO-Innenaufträge möglich. Diese können per CMOD (Customer-Exit) COOMKS01 oder COOPA003 den Stammdaten ergänzt werden.

Auf die Erweiterung der Stammdaten bin ich im Artikel "Stammdatenerweiterung von CO-Objekten am Beispiel ergänzende Kostenstelle beim Innenauftrag" eingegangen.

In diesem Beispiel möchte ich aber auf eine Lösung mit vorhandenen Stammdaten eingehen. 

Anwendungsfall - Praxisanforderung im Berichtswesen

Die eingangs beschriebene Anforderung ist für viele Berichtsanforderungen im CO relevant. Oftmals soll neben Kostenstellen oder Innenaufträge auch die verantwortlichen Ansprechpartner inklusive E-Mail.Adresse dargestellt werden um diese etwa für den Versand von Berichten, Kommunikation zu Bugdetfragen oder auch für interne Abläufe genutzt werden.

Da CO-Stammdaten selbst kein originäres Feld für E-Mail-Adressen enthalten, bietet sich die Nutzung der SAP-Benutzerkennung des verantwortlichen Benutzers an.
 

Pflege Verantwortliche in CO Stammdaten

Neben den Reitern Anschrift, Kommunikation sowie gegebenenfalls Zusatzfeldern gibt es im Abschnitt Grunddaten zur Kostenstelle auch noch das Feld Verantwortlicher (CSKS-VERAK Textfeld mit 20 Zeichen) oder Verantowrtlicher User (CSKS-VERAK_USER). Im Feld Verantwortlicher User kann eine SAP-Userkennung (Benutzername) hinterlegt werden. Dies Feld prüft gegen die Tabelle USR02 ab.

Das Feld VERAK_USER nutzt dabei als Eingabehilfe (Suchhilfename USER_COMP) die Domäne XUBNAME und per Fremdschlüssel die Prüftabelle USR02. Hierdurch werden auch nur aktive User zur Auswahl angeboten.

Entsprechend kann hier die im SAP-Benutzerstamm hinterlegte Benutzer-ID der Person eingegeben werden, die für die Kostenstelle verantwortlich ist. Es erfolgt dabei eine Überprüfung gegen dem Benutzerstamm im SAP System.

Für das Feld Verantwortlicher kann freier Text ohne Überprüfung angegeben werden. Neben der Pflege von Berechtigungen über zugeordnete Rollen kann bei der SAP-Userkennung (Transaktion SU01 Benutzerpflege oder SU01D Benutzer anzeigen) im Abschnitt Kommunikation auch eine E-Mail-Adresse hinterlegt werden. Diese kann dann unter anderen für Workflows wie Freigabe einer Rechnung / Bestellung genutzt werden.

Anforderung E-Mail-Adresse zu Verantwortlicher User

Das Feld "Verantwortlicher Benutzer" kann bei den CO Objekten Profitcenter, Kostenstelle und CO Innenaufträge gepflegt werden. Im konkreten Beispiel soll die Benutzerkennung jedoch nur in der Kostenstelle gepflegt werden und nicht bei Profitcenter und/oder Innenauftrag,

In den erwähnten Stammdaten ist das Feld an folgender Stelle vorhanden:
  • Kostenstelle
    • Transaktion KS01, KS02, KS03 
      Abschnitt Grunddaten Feld Verantwortlicher Benutzer
    • Tabelle CSKS Feld VERAK_USER
      Verantwortlicher Benutzer
  • Profitcenter
    • Transaktion KE51, KE52, KE53
      Abschnitt Grunddaten Feld Verantwortlicher Benutzer
    • Tabelle CEPC Feld VERAK_USER
      Verantwortlicher Benutzer des Profit Centers
  • Innenauftrag
    • Transaktion KO01, KO02, KO03
      Abschnitt Projektdaten, Zuordnungen Feld Verantw. Benutzer
    • Tabelle AUFK Feld VERAA_USER
      Verantwortlicher Benutzer des CO-Innenauftrags

Die beschriebenen Tabellen und Zusammenhänge gelten weiterhin auch unter SAP S/4HANA, selbst wenn die Pflege zunehmend über Fiori-Apps und nicht per SAP GUI Transaktionen erfolgt.

Hintergrund ist eine Budgetverantwortung bei der für die Kostenstelle verantwortliche Person. Daneben kann natürlich auch Antragssteller und Verantwortlicher unter Allgemeine Daten im CO Innenauftrag eingetragen und natürlich auch unter Verantw. Benutzer eine Benutzerkennung hinterlegt werden, aber im Wesentlichen liegt die Budgetverantwortung bei der Verantwortlichen für die Kostenstelle, welche als zugeordnete verantwortliche Kostenstelle auch beim Innenauftrga hinterlegt ist.

 

Beispiel Verantwortliche Kostenstelle aus CO Innenauftrag

Praktisch bedeutet dieses in unserem Beispiel, dass die Budget- und Kostenverantwortung auch für Projekte / Innenaufträge bei der Verantwortlichen der Kostenstelle liegt. Daher bekommt das Feld Verantwortlicher Benutzer (Feld VERAK_USER) der Kostenstelle (Tabelle CSKS) eine besondere Bedeutung. Um Stammdaten aus Kostenstellen zu nutzen kann die Tabelle CSKS "Kostenstellenstammsatz" und CSKT "Kostenstellentexte" genutzt werden und diese bei der Auswertung von CO Innenaufträgen (über die Tabelle AUFK) über das Feld verantwortliche Kostenstelle (Feld KOSTV in Tabelle AUFK) verknüpft werden.

Verknüpfung AUFK und CSKS
  • AUFK-KOSTV  Verantwortliche Kostenstelle mit   CSKS-KOSTL Kostenstelle
  • AUFK-KOKRS Kostenrechnungskreis mit CSKS-KOKRS Kostenrechnungskreis
Sofern Sie auch die Bezeichnung der Kostenstelle dargestellt bekommen wollen empfiehlt es sich noch die Tabelle CSKT Kostenstellentexte mit CSKS Kostenstellenstammsatz zu verknüpfen.

Verknüpfung CSKS und CSKT
  • CSKS-KOKRS Kostenrechnungskreis mit CSKT-KOKRS Kostenrechnungskreis
  • CSKS-KOSTL Kostenstelle mit CSKT-KOSTL Kostenstelle
  • CSKS-DATBI Datum gültig bis mit CSKT-DATBI Datum gültig bis
Im Beispiel können Kostenstellen ihre Bezeichnung ändern, sind jedoch stets bis zum 31.12.9999 gültig. Daher sollte bei der Selektion das DATBI auch auf 31.12.9999 gesetzt werden, so dass immer die aktuellste Bezeichnung der Kostenstelle selektiert wird.

Nachdem wir nun also Kostenstellen und Innnenaufträge verknüpft haben kann das Feld VERAK_USER der Tabelle CSKS genutzt werden um die Mailanschrift des verantwortlichen Benutzer zu erhalten.

Hintergrund Zentrale Adreßverwaltung (BC-SRV-ADR)

Zu einzelnen Anwendungsobjekten wie Kunden- und Lieferantenstamm, Geschäftspartner (Business Partner) oder Benutzeradressen der SAP User (Systembenutzer)  wird die zentrale Adreßverwaltung (BC-SRV-ADR) in SAP genutzt. Hier lassen sich neben der Adresse auch alle gängigen Kommunikationsarten wie Telefonnummer oder die E-Mailanschrift erfassen.

Es wird dabei zwischen Organisationsadressen (Adreßtyp 1), Personenadressen (Adreßtyp 2) und Arbeitsplatzadressen (Adreßtyp 3) unterschieden.

Eindeutig sind die Organisationsadressen (Tabelle ADRC - Adressen (Business Address Services)) und die Personenadressen (Tabelle ADRP - Personen (Business Address Services)).

Auf das Konzept der Adreßverwaltung möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen sondern auf die für die SAP Benutzerkennung relevanten Daten nun näher eingehen.

Benutzername und Adressnummer (USR21)

Über die Tabelle USR21 Zuordnung Benutzername Adressschlüssel kann über die SAP Benutzerkennung (Feld BNAME Benutzername im Benutzerstamm) die Personennummer (Feld PERSNUMBER Personennummer) ermittelt werden. Da es sich hier um Personen handelt kann diese dann zur Verknüpfung mit der Taebelle ADRP genutzt werden.

Es werden folgende Tabellen miteinander verknüpft:

Verknüpfung CSKS mit USR21 (Kostenstelle)
  • CSKS-VERAK_USER Verantwortlicher Benutzer mit USR21-BNAME Benutzername im Benutzerstamm
Alternativ ist dies natürlich auch mit Profitcenter oder direkt den CO Innenauftrag möglich:

Verknüpfung AUFK mit USR21 (CO Innenauftrag)
  • AUFK-VERAA_USER Verantwortlicher Benutzer des CO-Innenauftrags mit USR21-BNAME Benutzername im Benutzerstamm
Verknüpfung CEPC mit USR21 (Profitcenter)
  • CEPC-VERAK_USER Verantwortlicher Benutze des Profictenters mit USR21-BNAME Benutzername im Benutzerstamm

Adressdaten zur Personennummer

Wie erwähnt handelt es sich bei SAP Userkennungen um dahinterliegende Personen, so dass nun anhand der Personennummer weitere Daten ausgelesen werden können.

Dazu werden die beiden Tabellen USR21 und ADRP miteinander verknüpft.

Verknüpfung USR21 mit ADRP
  • USR21-PERSNUMBER Personennummer mit ADRP-PERSNUMBER Personennummer
Allerdings sind in der Tabelle ADRP nur die Perosnendaten wie Anrede, Name, Vorname, Geschlechtsschlüssel etc. hinterlegt aber nicht die für uns relevanten Kommunikationsdaten.

Hilfreichn ist jedoch das Feld NAME_TEXT Vollständiger Name der Person in der Tabelle ADRP Personen (Business Address Services) wodurch wir schon einmal den Namen der verantwortliche Person und nicht die SAP Benutzerkennenung haben.

Für die Kommunikationsdaten ist nun die Tabelle ADR6 E-Mail-Adressen (Business Address Services) relevant.

Hier verknüpfen wir nun die beiden Tabellen ADRP und ADR6.

Verknüpfung ADRP mit ADR6
  • ADRP-PERSNUMBER Personennummer mit ADR6-PERSNUMBER Personennummer

In der Tabelle ADR6 ist im Feld SMTP_ADDR E-Mail-Adresse die für uns relevante eMail-Adresse zu finden.

Query über CO Objekt und SAP Benutzerkennung

Alle erwähnten Felder können im Infoset in einer Feldgruppe aufgenommen werden und in einer Query kann nun ergänzend zu den Stammdaten der CO Objekte auch die Mailanschrift über die Benutzerkennung bzw. verantwortlichen Benutzer ausgelesen werden.

Datenschutz und Berechtigungen

Bei der Auswertung personenbezogener Daten wie Name oder E-Mail-Adresse sollte geprüft werden, ob die Ausgabe fachlich erforderlich ist und den internen Datenschutzrichtlinien entspricht. Insbesondere die Tabellen USR21, ADRP und ADR6 enthalten personenbezogene Informationen aus dem SAP-Benutzerstamm. Daneben sollte auch mit der SAP Basis abgestimmt werden, ob eine solche Auswertung mit den vorliegenden Berechtigungskonzept kompatibel ist.
 

Berechtigungen für Tabellen

Sofern keine logische Datenbanken ausgelesen werden prüft das SAP System leider nicht auf die üblichen Berechtigungsobjekte wie K_CSKS (CO-CCA: Kostesntellen-Stamm) oder K_ORDER (CO-OPA: Allgemeines Berechtigungsobjekt für Innenaufträge) sondern auf sogenannte Tabellenberechtigungsgruppen wodurch nur gesteuert werden kann, ob eine Tabelle gelesen werden darf oder nicht.

Hier werden die Berechtigungen über das Berechtigungsobjekt S_TABU_DIS  Tabellenpflege (über Standardtools wie zB SM30) geprüft. Als Berechtigungsobjektfeldwerte stehen dabei folgender Felder zur Verfügung:
  • ACTVT Aktivität
    • 02 Ändern
    • 03 Anzeigen
    • 08 Änderungsbelege anzeigen
    • BD Objektepflege im Nichtownersys
Für das Lesen der Daten sollte die Aktivität 03 ausreichen.Daneben gibt es aber noch das Berechtigungsobjektfeld DICBERCLS Tabellenberechtigungsgruppe.
  • DICBERCLS Tabellenberechtigungsgruppe
    • Hinter der F4 Auswahlhilfe sind dies bspw.
      • &NC& ohne Berecht.gruppe
      • KA CO:Anwendungstabelle
Entsprechend stellt sich die Frage welcher Tabellenberechtigunsgruppe nun die Tabellen USR21, ADRP und ADR6 zugeordnet sind.

Diese drei Tabellen sind der Berechtigungsruppe SA RS:Anwendungstabelle zugeordnet.

Die Zuordnung von Tabellen und Tabellenberechtigungsgruppe kann über die Tabelle TDDAT Pflegebereiche für Tabellen ermittelt werden.

Die Tabelle TDDAT Pflegebereiche für Tabellen umfasst die Felder TABNAME Tabellenname,
MCLASS Berechtigungsgruppe fuer DD-Objekte, CCLASS Tabellenberechtigungsgruppe und FLAG Flag für interne Tabelle

Relevant für sind hier die beiden Felder TABNAME und CCLASS womit für die Tabellen USR21, ADRP und ADR6 die Tabellenberechtigungsgruppe SA ermittelt werden kann.

Die Bezeichnung der Tabellenberechtigungsgruppe kann über die Tabelle TBRG Berechtigungsgruppen  ermittelt werden. Diese umfasst die Felder MANDT Mandant, BROBJ Berechtigungsobjekt und BRGR Berechtigungsgruppe.

Die Bezeichnung wird dabei aus der Tabelle TBRGT Bezeichnungen der Berechtigungsgruppen ausgelesen. Mit der Transaktion SE16H wird diese automaitsich mit ausgegeben.

Im erwähnten Beispiel wäre der Eintrag für die Tabellenberechtigunsgruppe SA:
  • Mandant (aktueller Mandant)
  • Berechtigungsobjekt S_TABU_DIS
  • Berechtigungsgruppe SA
  • Bezeichnung RS:Anwendungstabelle

Dies wäre dann auch die Ausprägung in der Berechtigung zu dieser SAP Query.

Konkret würde das Berechtigungsobjekt S_TABU_DIS um die Aktivität 03 und die Tabellenberechtigungsgruppe SA ergänzt werden.

Fazit

Im Ergebnis kann nun also zu den Stammdaten (Kostenstelle, Innenauftrag oder Profitcenter) zum Verantwortlicher Benutzer über die SAP Benutzerkennung (SAP User / Benutzer) sowohl der vollständige Name als auch die E-Mail-Adresse ausgegebenen werden, sofern diese vollständig im Benutzerstamm gepflegt ist.


Allerdings sollte bei der Nutzung der Query darauf geachtet werden, dass keine Einschränkung auf bestimmte Kostenstellen beim Aufurf des Berichtes erfolgt sondern die Berechtigung lediglich auf Ebene der Tabellenberechtigungsgruppe und damit Lesen der Stammdatentabellen vergeben werden können. 

Dennoch kann dies für das Berichtswesen hilfreich sein insbesondere wenn durch eine zentrale Stelle Stammdaten ausgewertet und bspw. zum Versand von Berichten genutzt werden soll.

 

Hinweis:

Eine kurze Einführung in das Thema SAP Query habe ich im Artikel
"Grundlagen Kurzeinführung und Handbuch SAP Query" beschrieben und hoffe Ihnen hier eine Einführung ins Thema bieten zu können.




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Sonntag, 26. April 2026
16:26 Uhr

Berichtswesen Stammdatenliste mit Segment bei Nutzung BAdI FAGL_DERIVE_SEGMENT oder FAGL_DERIVE_PSEGMENT

Im Rahmen der Segmentberichterstattung erfolgt eine Zuordnung zu Segmenten über die Ableitung aus dem Profitcenter. Hier ist das Segment unter Grunddaten als Stammdatum im Profitcenter gepflegt.

Ableitung Segment aus Profitcenter

Die Ableitung Segment über die Profitcenterrechung ist in der neuen Profitcenterrechnung FIN_PCA erfolgt und eine Neuerung gegenüber der klassischen Profitcenterrechnung EC-PCA. 

Aus folgender Abbildung ist diese Zuordnung ersichtlich.

Zuordnung Segment zu Profitcenter sowie Kostenstelle und Innenauftrag

Im Artikel "Segmente in der neuen Profitcenter-Rechnung als Belegaufteilungsmerkmal" bin ich ausführlicher darauf eingegangen. Wobei mich das Thema auch schon vor einigen Jahren im Blog beschäftigt hat, wie im Artikel "Grundlagen: Segment-Berichtserstattung in der Profit-Center-Rechnung und das neue Hauptbuch (NEW GL)" zu sehen.

 

Kundenerweiterung zur Ableitung eines Segments


Sofern jedoch eine Kundenerweiterung wie im Abschnitt Ableitung Segment durch Kundenerweiterung / Business-Add-In (BAdIs) FAGL_DERIVE_SEGMENT für das Segment und FAGl_DERIVE_PSEGMENT für das Partnersegment genutzt werden sieht dieses etwas anderes aus.

BAdI FAGL_DERIVE_SEGMENT und FAGL_DERIVE_PSEGMENT

Durch diese BAdI werden abweichend zum Segment im zugeordneten Profitcenter entsprechende Segmente zum Beispiel aus einem Zusatzfeld des Innenauftrages ausgewiesen.

Durch die kundenspezifische Ableitung des Segments per BAdI FAGL_DERIVE_SEGMENT und FAGL_DERIVE_PSGEMENT) ist bei FI-Buchungen (wie zum Beispiel Kreditorenrechnung) oder auch interne Verrechnungen im Controlling das Segment entsprechend der Logik des BAPI abgeleitet.

Dabei erfolgt die Ableitung nach folgender absteigender Hierarchie:

Nach folgender (absteigender) Hierarchie erfolgt die Fortschreibung des Segments auf den entsprechenden Beleg.
  1. Manuell gesetztes Segment
    Hier ist es empfehlenswert das Feld Segment in der Feldauswahlliste / Feldstatuspflege der Belegerfassung möglichst an hinterer Position zu setzen, sodass nicht aus Versehen das Segment abweichend zu den anderen Objekten überschrieben wird.
  2. BAdI
    FAG_DERIVE_SEGMENT /
    FAGL_DERIVE_PSEGMENT
  3. Stammsatz des Profitcenters
Der Aufruf des BAdi erfolgt innerhalb des Funktionsbausteins FAGL_SEGMENT_BELEGPOS_CHECK, sodass hier beim Belegaufbau im Rechnungswesen  FI/CO die Ableitung erfolgt und anschließend die Beleginformation in allen relevanten Berichten im FI für die Hauptbuchsicht zur Verfügung steht.

 

Besonderheit Segmentableitung in der Anlagenbuchhaltung FI-AA

Problematisch ist jedoch, dass der BAdI nicht bei der Aktivierung von Anlagen in der Anlagenbuchhaltung FI-AA erfolgt. 

Im Stammsatz der Anlage wird das Segment nicht durch diesen Badi abgeleitet, sondern zwingend über das hinterlegte Profitcenter. Entsprechend muss hier über einen anderen BAdI hilfsweise ein Profitcenter mit entsprechendem zugeordneten Segment zugeordnet werden (BADI_FIAA_MASTERDATA mit der Methode DERIVE_PRCTR) gesetzt werden. Mehr Informationen dazu liefert der SAP Hinweis 1796962 - "Ableitung Profitcenter: BADI zur Steuerung". Hierdurch kann die Ableitung des Profitcenters und die Fehlerbehandlung beeinflusst werden.

Das über diesen BAdI zugeordnete Profitcenter dient dabei "nur" der Ableitung des Segments und wird nicht direkt mitgebucht, sondern aus der Logik des Zusatzfeldes zum Innenauftrag abgeleitet. 

Für den AfA Lauf wird vergleichbar zur Ableitung FAGL_DERIVE_SEGMENT und FAGL_DERIVE_PSEGMENT ein weiteres BaDI genutzt (BADI_FIAA_DOCLINES unter ERP/ECC siehe SAP Hinweis 698485 - "BADI_FIAA_DOCLINES und Zusatzkontierungen", zur Erweiterung der Funktionalität des BaDI.

Unter S/4 S/4HANA ist das BAdI FAA_DOCLINES_CUSTOMER zu verwenden, wie im SAP Hinweis 2960690 - "Unvollständige What’s-New-Information „BAdI: Kundenspezifische Änderung der Einzelposten im Anlagenbeleg“ (SAP S/4HANA 1909)" erläutert wird, wodurch ab Release 1909 das BaDI FAA_DOCLINES_CUSTOMER sowohl BADI_FIAA_DOCLINES) als auch die Kundenerweiterung Substitution von Gegenkonten bei Abgang, Zugang ... (AINT0002) ersetzt.

Im Gegensatz zur Zugangsbuchung (Bestandskonten) erfolgt die AfA Buchung auf das Profitcenter des zugeordneten CO Innenauftrages sowie Segment im Zusatzfeld, dass dann dem Segment in den Anlagenstammdaten entspricht.

In unseren Fall geht es nun aber um das Berichtswesen bzw. die Darstellung der Segmente in den Stammdaten für Innenauftrag und Kostenstelle und nicht um die Buchung auf den Ergebniskonten.
 

Ableitung der Segmente

Die angesprochenen Zusammenhänge (Segment, Zusatzfeld, Auswertung von CI_Zusatzfeldern) habe ich bereits in folgenden Blogartikel behandelt:
Nun ergibt sich aber das Problem, dass in einer Stammdatenliste über die CO Innenaufträge auch das jeweils abgeleitete Profitcenter zum CO Innenauftrag ausgegeben werden soll.

Stammdatenliste Innenauftrag und Berücksichtigung der Ableitung der Segmente aus Zusatzfeld


Im Rahmen einer Stammdatenliste kann dieser BAdI jedoch nicht aufgerufen werden und so kommt es zur Anforderung, dass in einer Stammdatenliste über CO Innenaufträge auch das jeweils zu buchendes Segment mit ausgegeben wird.

Hier verwenden wir eine SAP Query auf deren Aufbau ich heute nicht eingehen mag, sondern nur die Ausgabe des Segments erläutern möchte.

Lokale Zusatzfelder in SAP Query

Neben der reinen Auswertung von einzelnen Tabellenfeldern kann innerhalb der Query auch die Ergebnisse verarbeitet werden. Um einzelne Felder weiter zu bearbeiten, können Sie über SPRINGEN -> FELDAUSWAHL -> FELDAUSWAHL über die Funktion BEARBEITEN-> KURZBEZEICHNUNGEN -> EINSCHALTEN einzelne Felder eine Kurzbezeichnung zuordnen.

Diese Kurzbezeichnungen sind notwendig, da wir auf diese dann Bezug nehmen, wenn wir ein lokales Feld mit einer Formel anlegen. Dieses geht über
BEARBEITEN->LOKALES FELD->ANLEGEN.
Dieses Lokale Feld wird dann in der Feldgruppe angelegt, in der wir uns gerade befinden. Elegant wäre es natürlich, wenn wir im Infoset eine entsprechende leere Feldgruppe definiert hätten, es geht aber auch ohne.

Für dieses Feld werden dann entsprechende Eigenschaften festgelegt und über eine Berechnungsvorschrift kann auf andere Felder Zugriff genommen werden.

Lokales Feld für Segmente aus CEPC (Profitcenter) und Zusatzfeld AUFK (Innenauftrag)


Durch Verknüpfung mit der Stammdatentabelle von Profit Center Tabelle CEPC  habe ich folgenden Felder eine Kurzbezeichnung gegeben:

Tabelle CEPC Feld SEGMENT
Segment für Segmentberichterstattung   SEG_PCTR
Zusatzfeld Query TEXT_CEPC_SEGMENT
Text:Segment für Segmentberichterstattung SEGT_PCTR

Für die Innenaufträge gibt es jedoch ebenfalls Zusatzfelder per CI.
Tabelle AUFK Feld Z_SEGMENT
Segment für Segmentberichterstattung SEG_IA
Zusatzfeld Query TEXT_AUFK_Z_SEGMENT
Text:Segment für Segmentberichterstattung SEGT_IA

Sofern nun das Zusatzfeld im Innenauftrag gepflegt ist, würde hier auch bei der Buchung das entsprechende BAdI aktiv werden und entsprechend möchte ich in meiner Stammdatenliste auch nicht das Segment aus dem Profitcenter, sondern aus dem Zusatzfeld angezeigt bekommen.

Lokale Felder in Query mit Berechnungsvorschrift zur Ausgabe Segment


Die Lösung sind hier zwei lokale Zusatzfelder innerhalb der SAP Query.

Lokales Feld Segment:
Kurzbezeichnung / Feldbezeichnung / Überschrift: Segment
gleiche Eigenschaften wie Feld SEG_IA

Berechnungsvorschrift (komplexe Berechnung):

Bedingung: SEG_IA <1
Formel: SEG_PCTR
Sofern das Feld nicht gepflegt ist, gibt die Query hier 0 aus und es wird das Segment aus dem Profitcenter ausgegeben.

Bedingung: SEG_IA >0
Formel: SEG_IA
Ist das Feld jedoch gepflegt, kann direkt das Segment aus dem Innenauftrag ausgegeben werden.

Vergleichbar verfahre ich beim Text für das Segment.

Lokales Feld SEGMENTT

Kurzbezeichnung: SEGMENTT
Feldbezeichnung / Überschrift: Text Segment
Gleiche Eigenschaften wie Feld SEGT_IA

Berechnungsvorschrift (komplexe Berechnung):
Vergleichbar zum Segment wird hier auch mit Segmenttext verfahren

Bedingung: SEG_IA < 1
Formel: SEGT_PCTR
Text zum Segment aus Profitcenter, sofern kein Segment im Zusatzfeld Innenauftrag gepflegt wurde

Bedingung: SEG_IA > 0
Formel: SEGT_IA
Hier wird der Text zum Segment abgeleitet aus dem Zusatzfeld des Innenauftrages ausgegeben.

In der Query selbst wird in der Grundliste nun nur die beiden lokalen Felder ausgegeben.

Denkbar ist darüber hinaus eine Selektion nach Segment sowohl über das Segment im Profitcenter als auch Segment im Zusatzfeld Innenauftrag.

Segmente als Selektionsfelder bei SAP Query

Im Ergebnis habe ich jetzt eine Stammdatenliste mit den entsprechenden Segmenten.

Allerdings sind diese als Selektionsfelder nicht als entweder/oder, sondern als und zu verwenden, sodass ich hier nicht nach beiden Ausprägungen alle Felder erhalte. 

Ziel der Auswertung ist es ja alle dem Segment zugeordneten CO Innenaufträge auszuwerten, so dass sowohl Innenaufträge ohne gepflegtes Segment im Zusatzfeld (hier wäre das BaDI aktiv) als auch solche mit gepflegten Zusatzfeld relevant. Eine Selektion über das Segment macht an dieser Stelle also nur Sinn, wenn nach Innenaufträgen mit gepflegten Segment im Zusatzfeld separat zum Segment im zugeordneten Profitcenter gesucht werden soll. Im Ergebnis wären hier aber zwei Felder Segment (A Segment das Profitcenter, B Segment im Zusatzfeld) in der Selektionsmaske und es sollte klar sein, dass entweder nach A oder nach B gesucht werden kann oder aber beide Felder leer gelassen werden, so dass eine Stammdatenliste über alle CO Innenaufträge mit passenden Segmenten erstellt wird.

Somit kann ich entweder nach der Zuordnung des Segments über das Zusatzfeld (Tabelle AUFK Feld Z_SEGMENT) oder über das Segment aus dem zugeordneten Profitcenter (Tabelle CEPC Feld SEGMENT) selektieren aber nicht über beide Felder gleichzeitig.

Sofern aber keine Selektion über Segment , sondernnur über Auftragsnummer oder verantwortliche Kostenstelle / Profitcenter erfolgen soll bietet sich eine solche SAP Query als Stammdatenliste durchaus an, insbesondere da in dieser Stammdatenliste auch noch weitere Daten mit ausgegeben werden können.


Damit ist die Anforderung einer Stammdatenliste zu Projekten bzw. CO Innenaufträgen erfüllt.
Das Thema SAP Query ist hier im Blog schon häufiger ein Thema, daher verweise ich auch auf folgende Kurzanleitung dazu.

 

Hinweis:

Eine kurze Einführung in das Thema SAP Query habe ich im Artikel
"Grundlagen Kurzeinführung und Handbuch SAP Query" beschrieben und hoffe Ihnen hier eine Einführung ins Thema bieten zu können.




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Diesen und weitere Texte von Andreas Unkelbach finden Sie auf http://www.andreas-unkelbach.de


Samstag, 31. Januar 2026
17:11 Uhr

Ein wenig später als üblich mein Jahresrückblick im Blog oder das Jahr 2025 als Autor, Blogger, Controller und Dozent

Dieses Jahr fällt mir der Jahresrückblick etwas schwieriger als die Jahre davor, was auch daran liegen mag, dass 2025 durch einige gesundheitlichen, beruflichen und privaten Umbrüche geprägt war, auf die ich mir schon eine ganze Weile überlege, auch noch in einen separaten Artikel einzugehen. Bis es jedoch soweit ist, mag ich die Tradition fortführen und ein wenig das vergangene Jahr und die dort veröffentlichten Artikel im Blog aber auch andere Aktivitäten von mir noch einmal in Erinnerung zu rufen und ein wenig einen Jahresabschluss 2025 digital anzugehen.

Mit Blick auf die Historie der bisherigen Jahresrückblicke (2024 und 20232022, 2020, 2019, 2018, 2017, 2016 und 2015) zeigt sich eine Entwicklung, dass mir das Leben als Autor, Blogger und Dozent ermöglicht mich mit Themen zu beschäftigen, die mich interessieren und in die ich mich sehr gerne einarbeite. Dabei merke ich aber auch, welche Freude es mir macht SAP Wissen in Form von Schulungen (siehe unkelbach.expert), laufenden Buchprojekten (ja da sollte ich auch mal weiterschreiben) oder eben hier in Blogartikeln teilen zu können.

Im letzten Jahresrückblick hatte ich dies mit "Dieses Blog sowie meine Publikationen sind unabhängig von meiner Tätigkeit an der Hochschule und dienen mir als Ausgleich – ein Hobby, das mein Interesse an Berichtswesen und Controlling mit SAP widerspiegelt. Dieses Jahr wurde mir bewusst, wie positiv es sein kann, flexibel und aus reinem Interesse Themen nachzugehen – auch wenn dadurch private Projekte verschoben wurden." eigentlich sehr passend beschrieben und merke, dass ich langsam auch wieder in eine Ausgeglichenheit zurückfinde.

Eine Collage aus Bildern zum Winter

Der Januar ist noch nicht ganz vorbei und mit Blick auf Schnee ist es vielleicht doch gar nicht so verwunderlich, dass ich heute dann doch noch die Tradition fortführe und mir Gedanken darum mache, was im Blog alles in 2025 publiziert wurde und recht gut das zurückliegende Jahr spiegelt.

Ich freue mich darauf, mir nun eine Tasse Kaffee zu kochen und gemeinsam mit Gideon auf Zeitreise zu gehen und für mich die prägendsten Artikel des letzten Jahres noch einmal in Erinnerung rufen zu können.

Das vergangene Jahr war gesundheitlich und an der Arbeit durch einige Veränderungen geprägt und auch fachlich hatte es die ein oder andere Herausforderung. 

Persönlich bin ich auch immer wieder gespannt, was sich unter den einzelnen Abschnitten so im Vergleich zu den vorherigen Jahren entwickelt hat.

Autorenleben


In 2025 hatte ich ein besonderes Jubiläum zu feiern über, dass ich auch im Blog schon berichtet habe und wo selbst Gideon sehr beeindruckt in die Kamera blickt.

Gideon auf meine Fachbuchpublikationen rund um SAP Themen

Am Foto sind alle meine (bisher) erschienen gedruckten Bücher zu sehen und ich habe mich sehr darüber gefreut auf mein zehnjähriges Jubiläum bei Espresso Tutorials als Fachbuchautor blicken zu können.

Im Artikel »Zehn Jahre Autorenleben - Jubiläum als SAP-Fachbuch-Autor bei Espresso Tutorials« kann noch einmal ein Rückblick auf all diese Jahre geworfen werden.  Dabei ist es ebenfalls sehr passend, dass 2025 auch eine neue Auflage meines ersten Fachbuchs zu SAP veröffentlicht worden ist. Im Artikel »Oops, we did it again. Buchveröffentlichung - Schnelleinstieg in das Controlling (CO) mit SAP S/4HANA 3. aktualisierte Auflage« ist der Weg nach SAP S/4HANA vom Schnelleinstieg in das Controlling zu finden. Dabei freut mich besonders, dass das Buchkonzept noch immer aktuell ist und nun auch die Protagonistin Kirsten Lotse von ERP/ECC nach S/4HANA wechseln konnte.

Abseits meiner wissenschaftlichen Publikationen bin ich aber auch als Blogger daran interessiert, wie sich die Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) weiter entwickelt und habe sehr früh schon über die Veränderungen im Artikel »VG Wort METIS Reform - Wechsel von der Sonderausschüttung bspw. für eBooks der Verwertungsgesellschaft Wort« berichtet.

Für Blogger*innen ist 2025 das letzte Jahr gewesen bevor die METIS-Reform in Kraft treten wird und ich bin schon sehr neugierig, wie die Zugriffsausschüttung oder die Verbreitungsausschüttung sich auf Onlinetexte auswirken wird. Danach sind die Sonderausschüttung (bspw. für eBooks) und die reguläre Ausschüttung durch die Reform abgelöst.


ISSN Andreas Unkelbach Blog

An dieser Stelle bin ich auch schon sehr froh, dass meine Onlinetexte (Blogartikel) in einer Publikation (mein Blog) mit eigener ISSN erscheinen. Dies hat gerade für Texte > 10.000 Zeichen inzwischen wohl auch Auswirkungen auf die Zugriffsausschüttung der VG Wort.

Neben der Ausführung zur METIS-Reform ist hier auch der Artikel aus 2020 »Hintergrund ISSN 📰 für Andreas Unkelbach Blog - Hintergrund ISSN für Onlinepublikationen wie Blog (Akademische Suchmaschinenoptimierung / Academic Search Engine Optimazation ASEO)« eine gute Anlaufstelle um den Hintergrund einer ISSN für Blogs zu verstehen. 

Damit ist mein Blog nicht nur eines der ältesten deutschsprachigen SAP Blogs (ich schreibe seit 2004), sondern dürfte auch eines der wenigstens sein die mit einer ISSN gelistet sind :-). Ich bin gespannt, ob sich dieses noch ändern wird.

Formate der Weiterbildung

Im Laufe eines Blogjahres ist auch immer wieder gut zu sehen, welche Themen mich so fachlich interessiert haben. Neben IT und SAP sind dies auch immer einmal wieder Weiterbildungsthemen sein.

Ich mag es mich selbst in neue Themen reinzuarbeiten und dabei auch tiefer in Themen einsteigen zu können. 

Bibis Lernwelt von Bibi Bilanzierung

Neue Medien wie »Wissensvermittlung per App - Digitale Lehre mit BibiBilanzierung oder Bilanzierung verstehen mit der App Bibis Lernwelt von Bibi Bilanzierung« können dabei ebenso ein Thema sein, wie digitale und analoge Weiterbildungsformate oder eben auch ein gutes Fachbuch.

Gemeinsam mit Gideon konnte ich so das Thema KI auch aus einer juristischen Perspektive betrachten und ein wenig KI Komptenz gewinnen ;-).

Juristische Fachliteratur Recht fuer Online-Marketing und KI von Dr. Thomas Schwenke

Sehr unterhaltsam und lehrreich zugleich war hier die aktuelle Veröffentlichung von Dr. Thomas Schwenke (drschwenke.de) zu der ich im Artikel »Buchempfehlung: »Recht für Online-Marketing und KI« von Dr. Thomas Schwenke«  eine Rezension schreiben konnte... :-).

Exkurs SAP Weiterbildung

Am Computerstammtisch (aus FidoNet Zeiten) wurde ich diese Woche gefragt, welche Möglichkeiten es gibt sich in SAP weiterzubilden.

Mir persönlich haben, als Einstieg damals verschiedene Vorlesungen im Studium geholfen (Standardsoftware im Rechnungswesen, Standardsoftware in der Logistik und Standardsoftware im Personalwesen) durch die ich Grundlagen in der Anwendung der SAP Module Finanzwesen und Controlling (FI/CO), Logistik (LO/MM) sowie im Personalwesen (HCM) erhalten habe. Damals hatten wir in den Übungen und Vorlesungen mit IDES (Modellunternehmen der SAP) gearbeitet, wodurch entsprechende Daten im System vorhanden sind und die Anwendungen kennengelernt werden können.

Für ABAP (Programmiersprache) gibt es auch ein Entwicklungssystem (Lernumgebung mit Flughafenmodell), aber hier sind keine Module wie Finanzwesen, Controlling etc. vorhanden, sodass es da schwieriger ist sich Kenntnisse anzueignen. 

Dank BPS und Diplomarbeit konnte ich dann auch praktisch mit SAP in Berührung kommen und habe im Laufe der Zeit meinen Schwerpunkt im Berichtswesen und Controlling, aber auch Basisthemen gefunden. Der Einstieg über das Berechtigungswesen war hier besonders hilfreich, da ich so auch alle Fachanwendungen näher kennenlernen konnte.

Studierende anderer Fachbereiche kann ich auch nur empfehlen interdisziplinär nachzufragen ob an einen anderen Fachbereich der Besuch einer Praxisvorlesung mit SAP möglich ist.

Daneben kann ich noch die Medien (Videos und eBooks) von Espresso Tutorials empfehlen. Viele Hochschulbibliotheken haben hier auch einen direkten Zugriff auf et.training :-) ansonsten ist ein Ziel von mir auch immer einmal wieder die Rubrik Buchempfehlungen auszubauen. 

Ich kann an dieser Stelle auch Hochschulbibliotheken und die Möglichkeiten der Fernleihe sehr empfehlen und nutze diese auch häufig um mich in bisher nicht bekannte Themen einzulesen.... ob nun digital oder analog :-).

Sobald mein aktuelles Buchprojekt abgeschlossen ist, sollten hier auch einige andere Bücher wieder vorgestellt werden können.

Deutschsprachige SAP Blogs sind noch immer eine Ausnahme, aber zumindest Seiten wie tricktressor.de / Thimkdoforward.com oder andere SAP-Blog Empfehlungen greife ich gerne auf und lese mich hier gerne ein. Vor zwei Tagen habe ich hier auch das Blog von Björn Schulz auf software-heroes.com gefunden und lese gerade das "Interview mit Björn Schulz (Software-Heroes.com)" von Enno Wulf.

Blogs sind für mich immer noch die unterschätzte Quelle an Wissenspool und Möglichkeit eigenes Wissen weiterzugeben aber auch selbst einiges beim Schreiben zu lernen.

 

Meine Erfahrungen als Dozent in 2025

2025 bin ich auch wieder mit Vorträgen rund um SAP Themen unterwegs gewesen und freue mich noch imer sowohl virtuell »Rückblick auf meinen Vortrag beim virtuellen Infotag SAP S/4HANA Migration Evolution der Migrationstools von eCATT, LSMW und Migrationcockpit« als auch in Präsenz mit »Rückblick FICO-Forum Infotage meets ICon 2025 - 14. FICO Forum Infotage in Köln«  meine Begeisterung für SAP Themen hoffentlich teilen zu können.

Gideon und ich auf den FICO Forum Infotagen 2025

In Köln sind Gideon und ich auch angenehm aufgefallen und mich hat es sehr gefreut, hier erneut eines meiner Themen auf der Bühne vorstellen zu können. :-)

Ich bin da sehr dankbar, dass die Sicherheit und die Begeisterung für SAP geblieben ist.

Digitale Weiterbildung und juristische Rahmenbedingungen


Für Menschen, die digitale Weiterbildung anbieten, dürfte dann auch der folgende Artikel noch lesenswert sein. Unter »Möglich Zulassungspflicht von Onlinekursen nach FernUSG? Gestaltung von digitaler Weiterbildung.« kam dann doch ein juristisch komplexeres Thema hier im Blog zur Sprache.
 

Wie geht es hier grundsätzlich (nicht nur 2026) weiter? - Ausblick und Vorsätze

Aktuell bin ich an einem Buchprojekt dran und versuche hier eine Balance zwischen Arbeit, Hobby und privater Zeit zu finden. 

Wie einige ja wissen bin ich Autor, Controller, Blogger und Dozent – mit über 20 Jahren Erfahrung im SAP-Controlling und Berichtswesen, insbesondere im Hochschulumfeld. Meine Schwerpunkte liegen auf praxisnahen SAP-Lösungen, verständlich aufbereitet und mit einem Blick fürs Detail. Ich veröffentliche regelmäßig Fachartikel, Bücher und Online-Trainings – unter anderem auf andreas-unkelbach.de und unkelbach.expert. 

Das Thema Weiterbildungsangebote, Schulungskonzepte und Anbieten von Schulungen im Bereich SAP und Berichtswesen wird wohl für 2026 auch für mich an der Hochschule ein Thema, sodass ich hier auch meine extern erarbeitete Erfahrung in der Konzeption von Schulungen ebenfalls nutzen kann. 

Von daher bin ich persönlich auch sehr froh hier einen eigenen didaktischen Werkzeugkoffer zu haben und verweise hier auch auf Artikel wie »Begleitvideos zum Buchprojekt oder Szenen und virtuelle Kamera in Open Broadcaster Software (OBS Studio)« oder »Grundlagen Videobearbeitung Installation (Update) von Davinci Resolve 20«.

Aber auch alte Themen wie die im Controlling durchaus geschätzte Anwendung Excel (siehe mein Artikel »Mehrere Zellen auf identische Werte in Excel prüfen - Matrixformel (Arrayformel) in Office 365 und Alternativen« oder ganz praktische Empfehlungen wie im Artikel »Nachtmodus und Wochenende bei Android Mailapp Aquamail sowie Thunderbird und Exchange Konten« werden weiterhin ihren Platz im Blog finden.

Ich erinnere mich noch gut an meinen Artikel »20 jähriges Jubiläum Andreas Unkelbach Blog Rückblick als Autor, Blogger, Controller und Dozent« vor fast zwei Jahren und freue mich schon darauf hoffentlich einen Artikel zum 30 jährigen Jubiläum meines Blogs schreiben zu können.

Vielen Dank fürs Lesen und ein gutes neues Jahr


Gideon mit Kaffee und Nachtisch am Computerstammtisch

Für dieses Jahr mag ich auch gern einige ernstere (teils mir persönlich aus unterschiedlichen Gründen wichtige) Themen hier im Blog veröffentlichen auch da ich merke, dass mir persönlich das Schreiben sehr beim Ordnen der Gedanken hilft. Aber für heute beende ich einfach diesen Artikel und freue mich darüber doch einige Punkte gefunden zu haben die dann doch auch ihren Weg hier ins Blog gefunden haben.

Vielen Dank an alle Personen die auf der ein oder anderen Weise zum Blog beitragen und auch immer wieder Feedback zu Artikeln geben. Ich wünsche noch ein schönes 2026 und hoffe, dass sich hier auch positive Dinge entwickeln werden.

Hinweis: Aktuelle Buchempfehlungen besonders SAP Fachbücher sind unter Buchempfehlungen inklusive ausführlicher Rezenssionenzu finden. Mein Weiterbildungsangebot zu SAP Themen finden Sie auf unkelbach.expert.
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Aktuelle Termine zum Online-Training (Herbstkurse 2026) finden Sie hier unter:

"Grundlagen Datenmigration in SAP S/4HANA mit Migrationscockpit und Migrationsobjektmodellierer"
"Rechercheberichte mit SAP Report Painter"
Diesen und weitere Texte von Andreas Unkelbach finden Sie auf http://www.andreas-unkelbach.de


Dienstag, 13. Januar 2026
18:52 Uhr

Office Integration - Fehlende Daten bei Darstellung in MS Excel Ansicht in SAP Berichten

Reddit hatte ich jetzt als Quelle zur Lösung von SAP Problemen auch noch nicht in Betracht gezogen. Entsprechend neugierig bin ich an die Problemanalyse gegangen und habe auf Reddit einen hoffentlich hilfreichen Hinweis gefunden und mag die Lösung hier gerne festhalten. Ich bin gespannt, ob dies tatsächlich der Fehler war, An anderen Rechnern ist das erwähnte Zertifikat nicht installiert und die Office Integration funktioniert dennoch aber zumindest, erscheint es, als spannender Ansatz je nach Systemumgebung. Ich werde noch ein Update nachreichen, sobald der Lösungsansatz geprüft wurde.


Ausgangslage
Im Rahmen der Office-Integration (bspw. in Report Painter Berichten) erscheint bei Anwendende eine leere Excel Arbeitsmappe und nur der Hinweis auf Makros. Allerdings gab es dies Phänomen nur bei einem Arbeitsplatz während bei einem anderen dies kein Problem war. Im ersten Moment dachte ich, dass es am Trust-Center und hier die Makroeinstellungen lag. Diese können unter Excel  DATEI > Optionen > Trust Center > "Einstellungen für das Trust Center"  bearbeitet werden.

Makroeinstellungen Trust Center Excel

Das Thema hatte ich schon damals im Artikel "Office Integration und leere Excelansicht Leere Ansicht statt Excel bei Office-Integration in SAP Berichten wie Kostenstellen Ist/Plan/Abweichung" angesprochen und daher die Einstelungen verglichen die jedoch beim funktionierenden Arbeitsplatz identisch zum Arbeitsplatz an dem die Office Integration nicht funktionierte war.

 Im Trust Center von Excel (Datei->Optionen->Trust Center) ist im Punkt "Einstellungen für das Trust Center ..." im Abschnitt "Vertrauenswürdige Herausgeber" kein  Eintrag für SAP AG vorhanden (ausgestellt für SAP AG). 

Excel Zertifikat

Dies ist der wesentliche Unterschied zwischen einen Rechner mit funktionierender Office Integration gegenüber einen mit leerer Arbeitsmappe.

Problem: Es werden keine Daten bei Office-Integration in Report Painter Berichten angezeigt


Nachvollziehbar ist das Problem beim Aufruf eines Kostenstellenberichtes basierend auf Report Painter zum Beispiel unter Rechnungswesen > Controlling > Kostenstellenrechnung > Infosystem > Berichte zur Kostenstellenrechnung > Plan/Ist-Vergleiche > Kostenstellen: Ist/Plan/Abweichung oder per Transaktionscode S_ALR_87013611.

Nachdem eine Kostenstelle ausgewertet wurde kann unter "Optionen / Office Integration" die Art der Ausgabe von "Inaktiv" auf "MS Excel" umgestellt werden. Am Arbeitsplatz wo die Integration nicht funktioniert gab es eine Fehlermeldung bzgl. deaktivierter Makros am funktionierenden Arbeitsplatz war nun die Excel Oberfläche zu sehen inklusive Daten. Am anderen Arbeitsplatz waren keine Daten vorhanden.

Im Beitrag auf Reddit "Adding SAP as a trusted pulisher in Excel" (Original) bzw. "SAP als vertrauenswürdigen Herausgeber in Excel hinzufügen" (Übersetzung) ist eine Lösung veröffentlicht worden. Allerdings gibt es auch Verweise auf passende SAP Hinweise.

SAP Hinweise zu Excel und SAP Office Integration

Das notwendige Zertifikat sowie Lösung ist im SAP Hinweis 1826481 - Microsoft Excel: digitale Signatur für VBA-Makros zu finden. Unter Anlagen ist die Datei "certificate.cer" zu finden. Diese kann wie im SAP Hinweis "3247649 - SAP GUI for Windows/Desktop Office Integration: Die von Microsoft freigegebenen Sicherheitspatches verursachen Makroprobleme" beschrieben am Computer als Vertrauenswürdiger Herausgeber installiert werden.

Für die verwendeten Vorlagen der SAP (dazu später mehr) müssen korrekt signierte Dokumente und gültige Zertifikate  vorhanden sein. 

In vorherigen Excel Versionen gab es bei der Makrobenachrichtung neben der Schaltfläche "Aktivieren" auch die Option "Gesamten Inhalt des Heruasgebers vertrauen", welche nun nicht mehr vorhanden ist. Weitere Einstellungen wären im Trust Center bei den Makroeinstellungen entweder "Alle VBA-Makros deaktivieren, außer digital signierten Makros" oder "Alle Makros aktivieren (nicht empfohlen, weil potenziell gefährlicher Code ausgeführt werden kann)" sowie die Option "Zugriff auf das VBA-Projektmodell vertrauen". Im Dialog bei Öffnen von Excel können die Makros nicht ausgeführt werden und der Herausgeber (bzw. das Zertifikat kann nicht mehr dynamisch als Vertrauenswürdiger Heruasgeber hinzugefügt werden. 

Interessant ist dabei, dass ich noch ein altes Zertifikat installiert hatte (Vertrauenswürdiger Herausgeber) und die Office-Integration auch mit den oben erwähnten Angaben "Deaktivieren von VBA-Makros mit Benachrichtung" sowie ohne "Zugriff auf das VBA-Projektmodell vertrauen" die Anzeige in Excel funktionierte.


Konkret wird die Ursache des Problems im SAP Hinweis "3507007 - Microsoft-Excel-Integrationsprobleme mit SAP nach Microsoft-Office-Upgrade" mit der Aussage "Da Office 365 freigegeben ist, müssen aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen signierte Makros aus jeder Anwendung verwendet werden." festgehalten und dabei auf die Hinweise 1826481 (siehe oben) sowie "3261967 - Makroprobleme bei Verwendung von Excel Inplace in Report-Painter-Berichten"  verwiesen.

Sollten bei der Office Integration nur noch der Hinweis Makros deaktivieren und nicht zulassen leigt dies daran, dass VBA-Makros aus dem Internet in Office in aktuellen Sicherheitspatch standardmäßig blockiert werden.

Ablageort der Tabellenvorlage für Reportwriter (Transaktion OAOR)


Die Tabellenvorlagen sind in der Transaktion OAOR (Business Document Service: Dokumente) ersichtlich. Hier ist Klassenname REPORTWRITER und als Klassentyp OT (Andere Objekte) zu wählen. Nach Bestätigung von Ausführen sind hier die Tabellenvorlagen für die einzelnen Versionen zu finden. Beispiele sind Default workbook for MS Excel 97-2003 (SAPrpwoi.xls), Default workbook for MS Excel 2007- (SAPrpwoi.xlsm). Auch andere Vorlagen sind dabei zu sehen.

Die aktuellen Tabellenvorlagen sind zum Download als Anlage im SAP Hinweis "1992004 - Report Writer: Gültigkeit der digitalen Signatur in Office-Integration-Excel-Vorlage" zu finden.

An dieser Stelle auch direkt der Hinweis im kommenden Abschnitt "Zertifikate verlängern".

Für die ALV Listen ist als Klassenname ALVLAYOUTTEMPLATES  verwendbar. Hier im Artikel geht es jedoch um die Excel-Ansicht bzw. Office Integration in Report Painter bzw. Report Writer Berichten.
 

Lösung Option 1: SAP als vertrauenswürdigen Herausgeber in Excel hinzufügen


Diese Vorlage kann geöffnet werden und aus dieser Datei kann aus der Vorlage das Zertifikat exportiert werden. Alternativ kann das Zertifikat aber auch aus der Anlage zum Hinweis 1826481 entnommen werden.

Die Zertifatsdatei kann unter "Computerzertifate verwalten" am einfachsten zu finden durch Windows Taste und Eingabe "Zertif" nun kann in der Zertifikatsverwaltung "unter "Zertifkate - Lokaler Computer" im Ordner "Vertrauenswürdige  Herausgeber" über die rechte Maustaste unter Alle Aufgaben > Importieren die Zertifikatsdatei importiert werden. Als "normale User" gibt es hier jedoch die Meldung "Fehler beim Importvorgang. Der Speicher ist entweder schreibgeschützt, ist voll oder kann nicht korrekt geöffnet werden." Entsprechend sind hier vermutlich Adminstrationsberechtigungen erforderlich.

Zertifikate verlängern

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Gültigkeit der Zertifikate auch beschränkt sind. So ist ein Zertifikat aktualisiert am 15. Januar 2025 bis zum 11. Januar 2027 gültig und muss entsprechend danach aktualisiert werden. Nähere Informationen dazu sind im SAP Hinweis "1992004 - Report Writer: Gültigkeit der digitalen Signatur in Office-Integration-Excel-Vorlagen abgelaufen" zu finden.

Lösung Option 2: Alternative: Makros erlauben

Weniger elegant und möglicherweise ein Sicherheitsproblem ist es im Trust-Center die Option "Aktivieren von VBA-Makros (nicht empfohlen, da potenziell gefährlicher Code ausgeführt werden kann)" zu aktivieren. Hier ist dann bei der Office-Integration Microsoft Excel 2007 zu wählen, da hier die Vorlage XLSM statt XLS genutzt wird. Makros sollen in aktuellen Excel-Versionen als XLSM genutzt werden. Nachteil ist, dass damit auch andere VBA Makros bspw. Makroviren ausgeführt werden können.

Weitere Excel und SAP Artikel

Ein anderes Problem ist noch, wenn Excel nicht inplace (also innerhalb der SAP Oberfläche) sondern im separaten Fenster mit den SAP Berichten geöffnet wird. An dieser Stelle verweise ich aber gerne auf meinen Artikel "SAP und Office Integration Excel im SAP GUI (Excel-Inplace) oder als separates Fenster (Excel-Outplace)".

Die Besonderheit der Vorlagen von SAP Excel Office Integration ist nebenbei, dass hier die Farbtalle von Exce angepasst wird und individuelle Makros hinterlegt sind. MS Excel verweist dabei auf XLS und MS Excel 2007 auf  XLSM als Dateiart. Weiter Besonderheiten hatte ich im Artikel "Office Integration - Excelansicht in SAP und Daten kopieren nach Excel" zusammengestellt insbesonder bzgl. der Farben der Darstellung.
 

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